Leistungsspektrum > Operative Therapie > Speicheldrüsen- und Schilddrüsenchirurgie

Speicheldrüsen- und Schilddrüsenchirurgie

Kopf-Hals-Speicheldrüsen

Der Mensch verfügt über sechs große Kopfspeicheldrüsen, die jeweils beidseitig angelegt sind:

  • Ohrspeicheldrüse (Glandula parotidea)
  • Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis)
  • Unterzungen-Speicheldrüse (Glandula sublingualis )


Zusätzlich ist die gesamte Mundschleimhaut mit zahlreichen kleinen Speicheldrüsen versehen. All diese Drüsen können erkranken. Hierzu gehören insbesondere funktionelle Störungen, Steinbildung, Entzündungen sowie gut- und bösartige Tumore.


Die Therapie richtet sich nach der ursächlich zugrunde liegenden Problematik:

  • Akute Entzündungen werden in der Regel mit einem Antibiotikum und symptomatisch (schmerzlindernd, abschwellend, speichelflussanregend) therapiert. Liegt ein Speichelstein vor (meist Ohr- oder Unterkieferspeicheldrüse), kann dieser ggf. durch Massieren in Kombination mit einer Gangerweiterung/-schlitzung entfernt werden. Je nach Schwere der Erkrankung wird die Therapie ambulant oder stationär durchgeführt

 

  • Bei chronisch-wiederkehrenden Entzündungen kann es nötig werden, die erkrankte Drüse operativ zu entfernen. Dies betrifft typischer Weise die Unterkieferspeicheldrüse. Diese Operation wird bei uns als Routine-Eingriff regelmäßig durchgeführt. Hierzu ist eine Vollnarkose erforderlich.

    Auch die kleinen Speicheldrüsen der Mundschleimhaut können sich entzündlich oder durch Sekret-Verhalt verändern und zu Beschwerden führen, die einer kleinen operativen (meist in Lokalanästhesie) Maßnahme bedürfen.

 

  • Die meisten Tumoren werden in der Ohrspeicheldrüse gefunden. Sie fallen den Patienten meist in Form einer zunehmenden Schwellung auf. Tumoren der Ohrspeicheldrüse sind in der Mehrzahl gutartig. Es ist jedoch auch bei gutartigen Tumoren erforderlich, diese operativ zu entfernen, da sie zu Wachstum neigen und eine bösartige Entartung nicht auszuschließen ist. Die Operation an der Ohrspeicheldrüse erfordert große Expertise und Erfahrung und sollte nur an Hals-Nasen-Ohrenkliniken durchgeführt werden. Sie wird in Vollnarkose durchgeführt. Insbesondere muss auf die Erhaltung des Gesichtsnerven (Nervus facialis) geachtet werden, der sich in der Ohrspeicheldrüse verzweigt und u.a. die mimische Muskulatur des Gesichtes innerviert. Hierfür wird an unserer Klinik standardmäßig ein spezielles Nerven-Monitoring zur Überwachung und zum Schutz des Gesichtsnervenangewandt.

    Auch alle anderen Kopf-Hals-Speicheldrüsen können an gut- oder bösartigen Tumoren erkranken und müssen entsprechend therapiert werden. Wie bei allen bösartigen Tumorerkrankungen wird das Therapie-Konzept für jeden Patienten hierbei mit den Spezialisten der Tumorklinik und der Strahlenklinik interdisziplinär abgestimmt.

Schilddrüse

Die Schilddrüse ist ein endokrines (hormonbildendes) Halsorgan. Sie besteht aus zwei Lappen, verbunden über einen sog. Isthmus, kommt Sie der Form eines Schmetterlings nahe. Sie liegt vor dem Kehlkopf und hat besondere Bedeutung für den Hormonhaushalt des Menschen, insbesondere für Stoffwechselfunktionen und Gemütslage.


Erkrankungen der Schilddrüse können in Form von Fehlbildungen, Fehlfunktionen, Entzündungen und Tumoren auftreten.


Die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde befasst sich in erster Linie mit der chirurgischen Therapie der Schilddrüsen-Erkrankungen. Die häufigsten Erkrankungen, die zu einer operativen Therapie der Schilddrüse führen sind eine Gewebs-Vermehrung (Struma), oder eine Knotenbildung, welche häufig mit einer Schilddrüsen-Vergrößerung einhergeht (Struma nodosa).


Die Diagnose wird meist mittels Ultraschall und Szintigraphie (radiologische Untersuchung der Schilddrüsenfunktion) gestellt. Im Rahmen dieser Untersuchungen können die Größe von Schilddrüse und ggf. Knoten sowie die Art der Knoten (sog. heiße und kalte Knoten) festgestellt werden. Bei dem Vorliegen von Schilddrüsenknoten kann eine Entfernung eines Schilddrüsenlappens oder beider Lappen erforderlich werden. Zum einen können die Knoten stoffwechselaktiv sein (Herzklopfen, Bluthochdruck, Gewichtsabnahme …), zum anderen kann der Verdacht auf gut- oder bösartige Schilddrüsen-Tumoren aufkommen. Auch kann eine vergrößerte oder knotige Schilddrüse zu Schluckbeschwerden und im sehr seltenen Extremfall auch zu Luftnot führen.


Bei der Schilddrüsen-Operation muss insbesondere auf den Stimmlippen-Nerv (Nervus laryngeus inferior oder auch „Recurrens“) geachtet werden. Dieser verläuft in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schilddrüse und ist daher besonders zu schonen. Der Nerv ist für die Stimmlippenbewegung  zuständig und somit für die Stimmgebung und die problemlosen Atmung von großer Bedeutung. Die Operation sollte nur an entsprechenden Zentren durchgeführt werden. Speziell in der Hals-Nasen-Ohren-Abteilung kann die Stimmlippenfunktion vor und nach der Operation geprüft werden. Der Stimmlippen-Nerv wird während der Operation durch ein Nerven-Monitoring überwacht und geschützt. Die Schilddrüsen-Operation wird in Vollnarkose durchgeführt und erfordert einen kurzen stationären Krankenhaus-Aufenthalt. Nach einer vollständigen Entfernung der Schilddrüse kann die lebenslange Einnahme von Schilddrüsen-Hormonen erforderlich werden.


Bösartige Tumoren (Schilddrüsen-Krebs) werden in enger Absprache und Kooperation sowohl mit den Tumor-Experten als auch mit den Nuklear-Medizinern therapiert. Hierfür werden für jeden Patienten individuell Therapie-Konzepte gemeinsam mit den Spezialisten und dem Patienten erarbeitet.