Leistungsspektrum > Operative Therapie > Implantierbare Hörsysteme

Implantierbare Hörsysteme

Für Patienten, die mit einer konventionellen Hörgeräteversorgung kein befriedigendes Hörvermögen und Sprachverständnis erzielen bieten wir, je nach Art und Ausprägung der Schwerhörigkeit, Möglichkeiten mit implantierbaren Hörsystemen an,  so dass mittlerweile praktisch jeder Patient mit jedweder Form einer Schwerhörigkeit individuell optimal versorgt werden kann.


Insbesondere bei Patienten mit einer Mittelohrschwerhörigkeit die anderweitig nicht zu versorgen ist, bei problematischer Hörgeräteversorgung aufgrund immer wiederkehrenden Gehörgangsentzündungen und Menschen mit Fehlbildungen des äußeren Ohres und des Mittelohres prüfen wir, in wieweit die Versorgung mit einem implantierbaren Hörgerät (Vibrant Soundbridge®) oder einem knochenverankerten Hörgerät (BAHA®) in Frage kommt.
Bei der Vibrant Soundbridge® handelt es sich um ein teilimplantierbares Hörgerät, das unter die Haut hinter dem Ohr implantiert und an die Gehörknöchelchenkette oder den Zugang zum Innenohr angekoppelt wird. Der äußere Gehörgang bleibt somit vollständig frei. Äußerlich ist lediglich der sogenannte Audioprozessor zu sehen (Abb.), der unter den Haaren verborgen werden kann. Durch die Ankopplung an Strukturen des Mittelohres lässt sich, bei gutem kosmetischem Ergebnis, meist ein natürlicherer Höreindruck als mit konventionellen Hörgeräten erzielen. Bis in hohe Frequenzen ist die Verstärkung von Sprache und Musik ohne Verzerrung und ohne Rückkopplungsgeräusche möglich.
Hinter dem Begriff BAHA® verbirgt sich ein sogenanntes Knochenleitungshörgerät, das auf einer im Knochen hinter dem Ohr fixierten Schraube getragen wird (Abb.). Hierdurch wird die Übertragung des Schalls unter Umgehung der Gehörknöchelchenkette direkt auf das Innenohr möglich. Bei dieser Versorgungsform ist das Ausmaß der Mittelohrschwerhörigkeit für das erzielte Hörergebnis unerheblich. Je nach Ausprägung einer zusätzlich vorliegenden Innenohrschwerhörigkeit kann derzeit zwischen 3 Modellen mit unterschiedlicher Verstärkungsleistung ausgewählt werden.


Bei Menschen mit hochgradigen oder gar an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit ist die Versorgung mit konventionellen Hörgeräten meist nicht mehr ausreichend. In diesen Fällen wird überprüft, inwieweit die Versorgung mit einem Cochlea Implantat in Frage kommt. Hierbei handelt es sich um eine Innenohrprothese, die in die Hörschnecke eingeführt wird. Mit dem äußerlich getragenen Sprachprozessor ist  es dem CI-Träger nach einer gewissen Zeit üblicherweise möglich Sprache zu verstehen. Neben der Cochleaimplantation bei Jugendlichen oder Erwachsenen, die im Laufe ihres Lebens ertaubt sind wird, wird diese Therapieform bei taub geborenen Kinder möglichst früh innerhalb der ersten ein bis zwei Lebensjahre durchgeführt, um einen möglichst ungestörten Spracherwerb zu ermöglichen.
Neben der Operation und der technischen Anpassung des Sprachprozessors kommt bei der Versorgung mit einem Cochlea Implantat der postoperativen Rehabilitation ein erheblicher Anteil für den Erfolg dieser Therapie zu.
Aufgrund der guten Ergebnisse des Hörens mit einem Cochlea Implantat ist dieses mittlerweile auch eine Therapieoption bei Menschen mit einseitiger Ertaubung um das Hörbvermögen im Störgeräusch zu erleichtern und ein Richtungshörvermögen wieder herzustellen.


In speziellen Fällen einer an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit und einem Resthörvermögen im Tieftonbereich bietet sich eine Kombination aus einem konventionellen Hörgerät und einem Cochlea Implantat (elektrisch akustische Stimulation, Hybridsystem) an.


Nähere Informationen zur Versorgung mit Cochlea-Implantaten erhalten sie hier.

Die Klärung der Frage, inwieweit die Möglichkeit der Versorgung einer ein- oder beidseitige Schwerhörigkeit mit einer der oben genannten Optionen besteht klären wir im Rahmen einer ambulanten Vorstellung. Neben einer ausführlichen Hördiagnostik einschließlich der Überprüfung der bisherigen Hörgeräteversorgung beraten wir anschließend den Patienten anhand der individuell vorliegenden Art und Ausprägung der Schwerhörigkeit über die Möglichkeiten einer optimalen Therapie.